Strukturwandel in Mitteldeutschland

Nach dem Lausitzer und dem Rheinischen Revier ist das Mitteldeutsche Revier die drittgrößte Braunkohleregion in Deutschland. Der Kohlebergbau hat das Leben und die Berufswelt der Menschen in Mitteldeutschland geprägt. Mit dem Kohleausstieg geht ein Strukturwandel einher. Um einen gelingenden Strukturwandel zu gestalten, werden neue Beschäftigungs- und Wachstumsperspektiven benannt. Wichtige Themen sind u. a. Nachhaltigkeit, Energiewende, demografischer Wandel und Digitalisierung.

Vom Tagebau zum Naherholungsgebiet

Seenlandschaften prägen zunehmend das Mitteldeutsche Revier. Zahlreiche ehemalige Kohlegruben wurden inzwischen renaturiert. Die Braunkohlegrube Goitzsche im Landkreis Anhalt-Bitterfeld ist heute ein Naherholungsgebiet. Foto: H. Rebsch

Ein Blick in die Geschichte

Seit dem 19. Jahrhundert wurde in Mitteldeutschland intensiv Braunkohle abgebaut. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelten sich die Abbaugruben zu Großtagebauen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bedeutung der Braunkohle weiter, da sie in der DDR die einzige Quelle an Primärenergie war. Nach der Wiedervereinigung wurde ein großer Teil der Tagebaue stillgelegt. 

Historischer Hintergrund

Veredelung der Kohle

Umsiedlung und Renaturierung

Strukturwandel heute

Die große Herausforderung unserer Zeit ist es, den Klimawandel zu stoppen und zugleich wirtschaftlich nachhaltig zu planen. Mit dem beschlossenen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2038 endet eine weit zurückreichende Bergbautradition in Deutschland. Die langfristige Planung des vor uns liegenden Strukturwandels schafft nun die Möglichkeit, die deutschen Braunkohleregionen, also auch Mitteldeutschland, zu Zukunftsregionen zu machen.

Strukturstärkungsgesetz

Um die Klimaziele zu erreichen, die 2015 mit dem Abkommen der UN-Klimakonferenz von Paris festgelegt wurden, strebt Deutschland bis 2050 einen ökologischen Umbau an.

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Initiativen und Strategien

In der Innovationsregion Mitteldeutschland werden nachhaltige Wirtschaftszweige identifiziert und Zukunftsmärkte besetzt, um neue Beschäftigungsperspektiven auszumachen.

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Daten und Fakten

Beschäftigte im Braunkohlebergbau im Mitteldeutschen Revier

1989 waren ca. 60.000 Menschen in der Braunkohleindustrie beschäftigt. Heute sind es noch knapp 2.400.

Quelle: Kohleatlas Sachsen 2017 | Bartz/ Stockmar CC-BY-4.0

Fördermenge im Mitteldeutschen Revier

Bis zu 19 Millionen Tonnen Braunkohle werden jährlich noch gefördert (Schleenhain 56%, Profen 41 %, Amsdorf 3 %). Quelle: Kohleatlas Sachsen 2017 | Bartz/Stockmar CC-BY-4.0


Tagebaue im Mitteldeutschen Revier

Von den einst 24 Tagebauen in Mitteldeutschland sind aktuell noch drei Tagebaue aktiv: Amsdorf (Mansfeld-Südharz), Vereinigtes Schleenhain (Landkreis Leipzig), Profen (Burgenlandkreis, Landkreis Leipzig). Quelle: Kohleatlas Sachsen 2017 | Bartz/Stockmar CC-BY-4.0


Devastierte Fläche und Umsiedlungen

Bisher wurden im Mitteldeutschen Revier 48.000 ha devastiert. 122 Orte wurden weggebaggert. Ca. 51.000 Menschen mussten umsiedeln. Foto: Überbaggerung Bundesarchiv, Gahlbeck, Friedrich, April 1990


Energiewende in Deutschland

Der Ausstieg aus der Kohleverstromung ist ein entscheidender Schritt, um die Energiewende in Deutschland zu bewältigen. 1990 betrug die Emission von Treibhausgasen 1.251 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr. Ziel bis 2050 sind 250 Mio. Tonnen. Quelle: Statista.de CC-BY-4.0