Quantitative Daten und Nutzungsmöglichkeiten

Um den Übergang von der Schule in den Beruf für alle Beteiligten optimal zu gestalten, ist eine ganzheitliche Betrachtung dieser wichtigen Phase im Leben junger Menschen entscheidend. Das bedeutet, dass nicht nur der Übergang von der Schule in eine Ausbildung und schließlich in den Beruf in den Blick genommen werden sollte, sondern Übergänge darüber hinaus, beispielsweise der Übergang von der Schule ins Studium oder vom allgemeinbildenden Schulabschluss zum Fachabitur.

Übergang Schule – Ausbildung/Studium – Beruf
Übergang Schule – Ausbildung/Studium – Beruf

Eine ganzheitliche Betrachtung des Übergangs Schule – Beruf ist nicht selbstverständlich. Bei der quantitativen Analyse besteht die besondere Herausforderung darin, dass es keine Verlaufsstatistik gibt, die darstellt, welche Wege junge Menschen nach der Schule einschlagen. Carolin Jäckel und Eva-Maria Merk, die Verantwortlichen für das regionale Bildungsmonitoring bei BiSMit, stellten vor, anhand welcher Kennzahlen sich der Übergang Schule – Beruf quantitativ beschreiben lässt.

Anteil der Schüler/-innen mit Hauptschulabschluss, mittlerem Schulabschluss, Hochschulreife und ohne Schulabschluss, 2020

Hierzu gehören Kennzahlen des allgemeinbildenden Kontexts. So zeigen die Daten zu Schulabschlüssen, dass im Mitteldeutschen Revier der mittlere Abschluss der am häufigsten erworbene Abschluss ist. Gleichzeitig geben Zahlen zu Förderschulen oder Schulabbrüchen Aufschluss darüber, welche Zielgruppen besondere Unterstützung benötigen, um gelingende Bildungs- und Berufsbiografien zu ermöglichen.

Angebots-Nachfrage-Relation (unversorgte Bewerber/-innen / unbesetzte Ausbildungsstellen), 2021

Auch aus dem arbeitsmarktpolitischen Kontext geben Kennzahlen wichtige Informationen zum Übergang Schule – Beruf. So erkennt man beispielsweise aus den Zahlen zur Angebots- und Nachfrage-Relation, dass es sowohl unversorgte Bewerberinnen/Bewerber als auch unbesetzte Ausbildungsstellen gibt, d. h. Angebot und Nachfrage passen nicht zueinander. Die hohe Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen veranschaulicht zudem, dass sich der Ausbildungsmarkt im Mitteldeutschen Revier hin zu einem Bewerbermarkt entwickelt hat.

Ausbildungsbetriebsquote nach Betriebsgröße, 2021

Kennzahlen zum Berufsvorbereitungs- und Berufsgrundbildungsjahr, zu Ausbildungsbetriebsgrößen oder der Anzahl ausländischer Auszubildender beschreiben beim Übergang Schule – Beruf den berufsbildenden Kontext. Die Ausbildungsbetriebsquote nach Betriebsgröße stellt beispielsweise dar, dass mehr als 50 Prozent der ausbildenden Betriebe Unternehmen mit mehr als 50 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind. Die Wirtschaft des Mitteldeutschen Reviers ist jedoch stark durch kleine und mittlere Betriebe geprägt, wobei Kleinstunternehmen den größten Anteil bilden. Damit Arbeitsstellen in kleineren Betrieben nicht dauerhaft unbesetzt bleiben, benötigen diese also eine stärkere Unterstützung bei der Gewinnung von Auszubildenden.

Anzahl Hochschulabsolvent/-innen nach Geschlecht, 2020

Auch die akademische Bildung ist ein wichtiger Teil des Übergangs Schule – Beruf. Kennzahlen des akademischen Kontexts lassen beispielsweise erkennen, wie viele akademische Fachkräfte dem regionalen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Bei der Analyse der Anzahl von Hochschulabsolventinnen/-absolventen nach Geschlecht wird deutlich, dass im Mitteldeutschen Revier insgesamt mehr Frauen einen Hochschulabschluss realisieren als Männer. Hochqualifizierte Frauen könnten stärker als Zielgruppe für den Arbeitsmarkt begriffen werden, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Frauen in vermeintlichen Männerberufen weiterhin unterrepräsentiert sind.

Viele Statistiken können nur einen Ausschnitt des Übergangsgeschehens Schule – Beruf abbilden. Um den Übergang Schule – Beruf intensiver zu beleuchten, sind nicht nur quantitative, sondern auch qualitative Analysen wichtig. In diesem Zusammenhang führt das Netzwerkbüro BiSMit eine Studie zur Berufsorientierung im Strukturwandel durch. In der Veranstaltung wurden erste Ergebnisse präsentiert und mit Expertinnen und Experten diskutiert.

Online-Datenquellen

regionalstatistik.de

wegweiser-kommune.de

bildungsmonitoring.de

Ansprechpartnerin

Carolin Jäckel

Tel.: 0341-993923 21 E-Mail: cjaeckel@dji.de