Beschäftigte im Mitteldeutschen Revier

Im Mitteldeutschen Revier sind knapp 3.600 Menschen direkt in der Kohlewirtschaft beschäftigt. Das ist etwa ein halbes Prozent aller Beschäftigten des Reviers. Um die wirtschaftliche Leistung des Braunkohlereviers im Strukturwandelprozess zu stabilisieren, ist der Blick auf die gesamten Wirtschaftsbereiche und auf die Beschäftigtenstruktur im Revier notwendig.

Erwerbsfähige Bevölkerung (15 bis 64 Jahre); Quelle: regionalstatistik.de; Berechnung BiSMit: Mitteldeutsches Revier

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Erwerbsfähige Bevölkerung

Für die wirtschaftliche Entwicklung des Mitteldeutschen Reviers spielt der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung eine große Rolle. Gemessen an der Gesamtbevölkerung betrifft dies den Anteil der 15- bis 64-Jährigen, die dem Arbeitsmarkt als potenzielle Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Summiert für das Mitteldeutsche Revier zeigt sich ein moderater Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung. In den vergangenen zehn Jahren ist der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung in allen Revierkommunen sichtlich gesunken, teilweise bis zu 6 %. In den kreisfreien Städten entwickelt sich der Rückgang weniger rapide, in der Stadt Leipzig sogar nur um 0,5 %. Als Hochschulstandorte sind beide Städte Anziehungspunkte für junge Menschen im erwerbsfähigen Alter. In den Landkreisen sind hingegen sinkende Geburtenraten und eine älter werdende Gesellschaft ausschlaggebend für einen rückläufigen Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung.

In der nächsten Dekade wird die geburtenstarke Generation der 1960er-Jahre sukzessiv in den Ruhestand gehen. Damit wird der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung weiterhin sinken. Die Erwerbspersonenvorausberechnung von Destatis (2020) prognostiziert für Ostdeutschland bis zum Jahr 2060 einen Rückgang der Erwerbspersonenzahl von 12 bis 28 %.

Erwerbstätigenquote im Mitteldeutsches Revier 2010 bis 2019; Quelle: regionalstatistik.de; Berechnung BiSMit: Mitteldeutsches Revier

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Erwerbstätigenquote

Hat der bisherige Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung bereits Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt? Diese Frage lässt sich anhand der Erwerbstätigenquote beantworten. Mit ihr wird beschrieben, welcher Anteil an der erwerbsfähigen Bevölkerung einer Erwerbstätigkeit nachgeht. Nach der „Erwerbstätigenrechnung sind das alle Personen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Marginal Beschäftigte, Beamte, Soldaten) oder als Selbstständige bzw. als mithelfende Familienangehörige […] eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben bzw. in einem Arbeits- oder Dienstverhältnis stehen.“

Die Erwerbstätigenquote schließt somit Menschen in Teil- und Vollzeitarbeit sowie in Arbeitsgelegenheiten ein. Die Erwerbstätigenquote gibt Auskunft über die Integration der arbeitsfähigen Bevölkerung in den Arbeitsmarkt und stellt gleichsam einen Indikator für die wirtschaftliche Lage einer Kommune dar.

Der sinkende Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung ging in den Jahren von 2010 bis 2019 im gesamten Mitteldeutschen Revier mit einem Anstieg der Erwerbstätigenquote einher. In allen Landkreisen stieg die Erwerbstätigenquote in diesem Zeitraum um 9 bis 10 %. In Halle (Saale) und Leipzig verbesserte sich die Quote hingegen nur um 1 bis 2 %. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Erwerbstätigenquote in den kreisfreien Städten bereits 2010 zwischen 20 und 30 % höher lag als in den Landkreisen. Die Landkreise hatten somit ein weitaus höheres Entwicklungspotenzial.

Ein struktureller Zusammenhang zwischen sinkender Erwerbsbevölkerung und einer steigenden Erwerbstätigenquote lässt sich nicht eindeutig herstellen. Die absoluten Zahlen zeigen, dass nicht jede positive Entwicklung mit einem Zuwachs an Erwerbspersonen gleichzustellen ist. In den Landkreisen Altenburger Land, Anhalt-Bitterfeld, Mansfeld-Südharz und in der Stadt Halle (Saale) ist die Erwerbstätigenquote zwar im dargestellten Zeitverlauf gestiegen, im absoluten Wert jedoch gesunken. In den anderen Revierkommunen ist die absolute Anzahl der Erwerbtätigen tatsächlich gestiegen. Der Landkreis Leipzig mit fast 5.000 und die Stadt Leipzig mit 46.000 Beschäftigten treten dabei deutlich hervor.

Die Stadt Leipzig nimmt, bezogen auf die arbeitstätige Bevölkerung, eine führende Rolle ein. Sie beheimatet nicht nur den größten Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung, sondern verzeichnet auch eine für das Revier überdurchschnittliche Erwerbstätigenquote. Eine Ursache dafür liegt in der Zusammensetzung der Erwerbstätigenquote. Die Berechnung nach dem Inlandskonzept zählt neben den Erwerbstätigen, die ihren Wohn- und Arbeitsort im Betrachtungsgebiet haben, auch die beruflich Einpendelnden hinzu. Aus der Erwerbstätigenquote lässt sich der Pendleranteil jedoch nicht filtern. Orientierung bieten die Pendlerdaten der Bundesagentur für Arbeit. Sie erfassen jedoch nur sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und nicht alle Erwerbstätigen. Aus der Differenz der ein- und auspendelnden Arbeitnehmenden wird der Pendlersaldo berechnet. Er ist in der Grafik als blauer Punkt markiert.

Pendlerbewegung im Mitteldeutschen Revier 2008 bis 2020; Quelle: regionalstatistik.de; Berechnung BiSMit: Saldo

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Der Saldo ist positiv, wenn mehr Menschen in die Kommune zum Arbeiten ein- als auspendeln. Im Mitteldeutschen Revier trifft das im Betrachtungszeitraum nur auf die kreisfreien Städte zu. Beide sind anziehende Arbeitsorte für Menschen außerhalb der Stadtgrenze.

Der Pendlersaldo der Stadt Leipzig ist in allen Jahren des Untersuchungszeitraums am größten, trotzdem sinkt er seit 2008 schrittweise. Stieg die Zahl der Einpendelnden in den letzten fünf Jahren nur um 1.400 Personen, so waren es bei den Auspendelnden 7.500 Personen. Es zeigt sich, dass die Arbeitsmöglichkeiten außerhalb Leipzigs steigen, dennoch bleibt die Großstadt als Wohnort attraktiv.

Neben der Stadt Leipzig ist die Zahl der Arbeitspendelnden in den angrenzenden Landkreisen am größten. Das betrifft die Landkreise Leipzig, Nordsachsen und den Saalekreis.

Die Pendlerbewegungen weisen auf eine rege Arbeitsmobilität im Mitteldeutschen Revier hin. Mit dem Ausbau der mobilen Infrastruktur im Rahmen des Strukturwandels sowie dem Voranschreiten von „New Work“-Konzepten sollten Pendlerbewegungen im Blick behalten werden.

Bruttowertschöpfung und Erwerbstätigkeit im Mitteldeutschen Revier 2009 bis 2019; Quelle: regionalstatistik.de; Berechnung BiSMit: Mitteldeutsches Revier

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Wo arbeiten die Menschen im Mitteldeutschen Revier?

Mit der Bruttowertschöpfung, aufgeschlüsselt nach Wirtschaftszweigen, lässt sich herausfinden, welche Wirtschaftsbereiche im Mitteldeutschen Revier besonders stark sind und wo kommunale Schwerpunkte liegen. Die Bruttowertschöpfung umfasst den Wert aller innerhalb eines Wirtschaftsgebietes während einer bestimmten Periode produzierten Waren und Dienstleistungen zu Herstellungspreisen, mit Abzug der Vorleistungen. Bei der Bruttowertschöpfung werden nur die Gütersubventionen und nicht die Gütersteuern einbezogen. Im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird der Wert nicht durch Steuerabgaben verzerrt und gibt eine bessere Auskunft über die ökonomische Leistung.

Die Darstellung zeigt die relative Entwicklung der Wirtschaftsbereiche zum Basisjahr 2009. Nach zehn Jahren können alle Wirtschaftsbereiche ein Wachstum der Bruttowertschöpfung verzeichnen. Dem steht die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Wirtschaftsbereichen gegenüber. Das Baugewerbe verbucht im Betrachtungszeitraum die größten wirtschaftlichen Zugewinne: Mit 41 % weist es 2019 eine höhere Bruttowertschöpfung auf als noch 2009. Der sogar minimal gesunkene Beschäftigtenanteil verweist darauf, dass die wirtschaftliche Verbesserung nicht durch personelle Expansion, sondern durch ein höheres Preisniveau erzielt wurde. Des Weiteren haben sich die Bereiche Produzierendes Gewerbe sowie Handel und Kommunikation im gesamten Revier besonders positiv entwickelt. Die größten personellen Einsparungen, möglicherweise durch Prozessautomatisierung und Digitalisierung zu erklären, fanden in der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei (A) statt.

Die Verteilung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach Wirtschaftsbereichen zeigt deutlich, welche wirtschaftlichen Schwerpunkte in den Kommunen liegen.

Erwerbstätige im Mitteldeutschen Revier nach Wirtschaftsbereichen; Quelle: regionalstatistik.de

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Im Jahr 2019 ist in allen Revierkommunen der öffentliche Dienst ein sehr großer Arbeitgeber, teilweise sogar der größte. Eine ebenso große Rolle spielt in allen Kommunen der Wirtschaftsbereich Handel und Kommunikation (G–J). Ist in den Städten Leipzig und Halle (Saale) ein großer Anteil der Beschäftigten in der Finanzdienstleistung und im Wohngewerbe tätig (K–N), so sind in den Landkreisen deutlich mehr Menschen im Produzierenden Gewerbe (B–E) angestellt.

Die wirtschaftliche Perspektive des Mitteldeutschen Reviers liegt laut der von der Innovationsregion Mitteldeutschland beauftragten Studie Sozio-Ökonomische Perspektive 2040 in sieben Technologiefeldern: Energiewirtschaft, Chemische Industrie, Mobilität und Logistik, Ernährungswirtschaft, Gesundheitswirtschaft, Tourismus und IT-Dienstleistungen. Sie weisen ein besonderes Wachstumspotenzial auf und sind wirtschaftliche Schwerpunkte in den Kommunen. Dieses Wissen ist nicht nur für die frühzeitige Förderung der Wirtschaftszweige relevant, sondern ebenso für die Investition in Bildungsangebote.

Alles in allem

Der gesamte Beitrag „Beschäftigte im Mitteldeutschen Revier“ mit allen Grafiken und Quellenangaben ist hier als PDF abrufbar.

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